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Blog von Dominic Zschokke

Nix zu ver­lie­ren im Inter­net!? Der Check

Haben Sie nichts zu ver­lie­ren im Inter­net? Gut! Aber schau­en wir doch ein­mal genau hin.


Also über­prü­fen Sie bei «Have I been pwned1» doch ein­mal, ob ihre Zugangs­da­ten von Online-Diens­ten nicht viel­leicht schon öffent­lich sind. Geben Sie E-Mail-Adres­sen, mit denen Sie sich bei Online-Diens­ten anmel­den, ein. Falls War­nun­gen für gewis­se Diens­te erschei­nen, ändern Sie umge­hend das Pass­wort beim betref­fen­den Dienst­leis­ter.

Mög­li­cher Ver­lust: Zugang, Online-Iden­ti­tät, kri­mi­nel­ler Kon­to-Miss­brauch


Möch­ten Sie ein­mal wis­sen, was man alles über Sie her­aus­fin­den kann, wenn Sie nur schon eine Web­sei­te auf­ru­fen? Fin­den Sie es auf den fol­gen­den drei Web­sei­ten her­aus. Haben Sie einen ein­deu­ti­gen digi­ta­len Fin­ger­ab­druck? Sehr wahr­schein­lich. Fast ver­ges­sen: Ihr Gerät hat übri­gens auch einen ein­deu­ti­gen Audio-Fin­ger­ab­druck.

Mög­li­cher Ver­lust: Pri­vat­sphä­re, Dean­ony­mi­sie­rung Ihrer Iden­ti­tät, Tracking, Pro­filing


Benut­zen Sie für alle Online-Diens­te das­sel­be Pass­wort? Dann leben Sie gefähr­lich. Fin­den Sie hier her­aus, wie sicher Ihr Pass­wort ist.

Moment, Sie haben jetzt wirk­lich auf die­ser Web­sei­te Ihr Pass­wort ein­ge­ge­ben? Wie­so ver­trau­en Sie die­ser Web­sei­te? Gut, wahr­schein­lich ist die­se Web­sei­te ver­trau­ens­wür­dig. Wir wis­sen es aber eigent­lich nicht. Soll­ten Ihre Zugangs­da­ten irgend­wie «gele­akt» sein, könn­te man anhand des Pass­wor­tes Rück­schlüs­se auf Ihren Benut­zer­na­men und die Web­sei­ten, wo sie ihre Zugangs­da­ten ver­wen­den, zie­hen. Ver­wen­den Sie einen Pass­wort-Mana­ger6 und las­sen Sie sich zufäl­li­ge, siche­re Pass­wör­ter gene­rie­ren!

Nach­trag: Wenn Sie Ihr Pass­wort über eine unge­si­cher­te Ver­bin­dun­gen ein­ge­ben, kön­nen Sie es auch gleich auf ihr T-Shirt dru­cken las­sen. Ach­ten Sie bei Pass­wort-Ein­ga­ben auf gesi­cher­te Https-Ver­bin­dun­gen!

Mög­li­cher Ver­lust: Zugang, gesam­te Online-Iden­ti­ät, kri­mi­nel­ler Kon­to-Miss­brauch


Ver­wen­den Sie die neu­es­te Brow­ser-Ver­si­on? Wenn das nicht der Fall ist, könn­ten Sie sehr anfäl­lig für Sicher­heits­lü­cken sein. In der Ver­si­on 58.0 des Brow­sers Fire­fox konn­ten Web­sei­ten Code auf Ihrem Com­pu­ter aus­füh­ren.

Mög­li­cher Ver­lust: Herr­schaft über Ihr Gerät, kri­mi­nel­ler Miss­brauch Ihres Gerä­tes, Gefähr­dung des Online-Ban­king


Ver­wen­den Sie noch immer Ado­be Flash in ihrem Brow­ser? Ent­fer­nen Sie die­ses Plug­in sofort. Es ist ein Ein­falls­tor für schäd­li­che Soft­ware.

Mög­li­cher Ver­lust: Herr­schaft über Ihr Gerät, kri­mi­nel­ler Miss­brauch Ihres Gerä­tes, Gefähr­dung des Online-Ban­king


Haben Sie schon ein­mal dar­über nach­ge­dacht, wie Buchungs­por­ta­le den Preis für Ihre Rei­se berech­nen? Ein Fak­tor ist die Geo­lo­ka­li­sie­rung über die IP-Adres­se, die Ihnen von Ihrem Pro­vi­der gera­de zuge­teilt ist. Sie kom­men aus der Schweiz? Dann dürf­te es für Sie ein biss­chen teue­rer wer­den. Erhal­ten Sie bil­li­ge­re Prei­se, indem Sie einen Pro­xy10 oder den Tor­brow­ser 11ver­wen­den, wobei bei let­ze­rem kei­ne Garan­tie dar­über besteht, wel­ches als ihr Her­kunfts­land erkannt wird.

Mög­li­cher Ver­lust: Geld


Sind Sie in einem Brow­ser-Tab bei Face­book ein­ge­loggt? Dann infor­mie­ren Sie Face­book nahe­zu über jeden Schritt, den Sie im Inter­net unter­neh­men, da vie­le Web­sei­ten Face­books “soci­al but­tons” ein­bin­den. Soll­ten Sie kei­nen Adblo­cker12 instal­liert haben, ist Goog­le auf allen gros­sen Web­sei­ten mit von der Par­tie dank Web­mas­tern und Web­de­si­gnern, die skla­visch «Goog­le Ana­ly­tics13» ein­bau­en.

Mög­li­cher Ver­lust: Pri­vat­sphä­re, Tracking, Pro­filing, Ver­kauf Ihres Per­so­nen­pro­fils


Was weiss Goog­le über Sie? Fin­den Sie es auf myactivity.google.com14 her­aus. Erstaun­lich viel!

Mög­li­cher Ver­lust: Pri­vat­sphä­re, Tracking, Pro­filing, Ver­kauf Ihres Per­so­nen­pro­fils


Hal­ten Sie Ihr Betrieb­sys­tem und ihre Anti­vi­ren-Soft­ware auf dem neu­es­ten Stand? Sehr gut! Nun, wie steht es aber um Ihr Andro­id-Smart­pho­ne? Nach einer gewis­sen Zeit erhal­ten Sie vom Her­stel­ler kei­ne Sicher­heits-Updates mehr. Ihr zwei Jah­re altes Andro­id-Smart­pho­ne dürf­te sehr emp­fäng­lich für aller­lei Angrif­fe sein.

Mög­li­cher Ver­lust: Herr­schaft über Ihr Gerät, kri­mi­nel­ler Miss­brauch Ihres Gerä­tes, Gefähr­dung des Online-Ban­king


Besu­chen Sie Dating- und Part­ner-Por­ta­le und geben dort ihre intims­ten Fan­ta­si­en preis? Über­le­gen Sie sich das bes­ser zwei Mal. Ash­ley Madi­son15 war so ein Por­tal. Es wur­de gehackt, und die intims­ten Geheim­nis­se von Mil­lio­nen von Nut­zern wur­den offen­ge­legt. Als Fol­ge die­ses «Leaks» ereig­ne­ten sich sogar Selbst­mor­de.

Mög­li­cher Ver­lust: Intims­te Geheim­nis­se, Kar­rie­re, Repu­ta­ti­on, Part­ner­schaft, Leben


Sie besu­chen Schmud­del-Web­sei­ten? Den­ken Sie ein­fach dar­an, dass mitt­ler­wei­le alle Ver­bin­dun­gen in der Schweiz dank dem neu­en «BÜPF» mit­ge­schnit­ten wer­den. Wer­den die­se Daten tat­säch­lich gelöscht? Wer hat Zugriff auf sie? Wir wis­sen es am Ende nicht.

Mög­li­cher Ver­lust: Intims­te Geheim­nis­se, Kar­rie­re, Repu­ta­ti­on, Part­ner­schaft


Pos­ten Sie auf Face­book öffent­lich Feri­en­bil­der? Schön! Dar­über freu­en sich nicht nur Ihre Bekann­ten, son­dern auch Ein­bre­cher, wel­che jetzt nur noch Ihre Anschrift in Erfah­rung brin­gen müs­sen. Das geht womög­lich sehr schnell.

Mög­li­cher Ver­lust: Geld, Besitz­tü­mer


Pos­ten Sie auf Face­book oder Twit­ter Bil­der Ihrer Kin­der? Tun Sie es ihren Kin­dern zulie­be nicht.

Mög­li­cher Ver­lust: Selbst­be­stim­mungs­recht des Kin­des


Öff­nen Sie Doku­ment-Anhän­ge in E-Mails, ohne nach­zu­den­ken und die­se von einer Anti­vi­ren-Soft­ware prü­fen zu las­sen? Wun­dern Sie sich nicht, wenn plötz­lich ihre Fest­plat­te ver­schlüs­selt ist.

Mög­li­cher Ver­lust: All Ihre per­sön­li­chen oder beruf­li­chen Daten


Wei­te­re Risi­ken: Phis­hing16, Sexting17, Stal­king18, Mob­bing19, Part­ner-Über­wa­chung20

Mög­li­cher Ver­lust: Ver­schie­de­nes


Nun über­las­se ich es Ihnen, zu ent­schei­den, wie sicher Sie sich im Inter­net bewe­gen und füh­len. Es lohnt sich auf jeden Fall, im Zwei­fels­fall immer das Hirn ein­zu­schal­ten.

P.S. Sind Sie sicher, dass Face­book ihre Whats­app-Nach­rich­ten nicht liest? Ah, nicht gewusst, dass Whats­app Face­book und Sky­pe Micro­soft gehört?

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